Verfasst von Christian am 13. Mai 2009 - 23:52
Wie Heise berichtet, wurde ein Antrag der Filmindustrie am Hamburger Landgericht auf eine einstwillige Verfügung abgelehnt. Ein Hamburger Provider sollte per Verfügung gezwungen werden, DNS-Sperren einzurichten, um ein indisches Angebot (mutmasslich raubkopierter) Filme auszusperren. Dem wurde nicht stattgegeben, und die Begründung muss man sich angesichts der Hetze von VDL und co (welche ihre KiPo-Sperren technisch völlig identisch realisieren wollen) auf der Zunge zergehen lassen:
[...]Eine DNS-Sperre sei wegen der leichten Umgehungsmöglichkeit kein geeignetes Mittel zur Verhinderung weiterer Rechtsverletzungen und kein zumutbares Mittel dagegen.[...]
und als i-Tüpfelchen:
[...] Bei der Frage der Zumutbarkeit ist schließlich mit der Eignung der in Betracht kommenden Maßnahme zu berücksichtigen, hier die der geforderten „DNS-Sperre“. Denn je geringer die Eignung ist, umso weniger wird von der Antragsgegnerin unter Berücksichtigung des dargestellten zusätzlichen Aufwandes die Einrichtung einer solchen Sperre verlangt werden können. [...] Die Eignung einer „DNS-Sperre“ zur Verhinderung des Zugriffs auf einen Internetauftritt ist aufgrund von Umgehungsmöglichkeiten, etwa durch Eintragung eines anderen Nameservers, nur beschränkt (vgl. LG Kiel, MMR 2008, 123, 124; Gehrke, MMR 2008, 291). Ohne Erfolg verweisen die Antragstellerinnen darauf, dass die Mehrzahl der durchschnittlichen Internetnutzer durch eine DNS-Sperre davon abgehalten würden, einen anderen Weg zu dem gesperrten Internetauftritt zu suchen. Dem Gericht ist es in wenigen Minuten gelungen, eine Internetseite mit einer Anleitung zur Umgehung mit den verfügbaren Name-Servern zu finden. Den Nutzern solcher Filmdownloadseiten wie „...“, es dürften im Wesentlichen internetaktive Jugendliche und junge Erwachsene sein, wird das im Zweifel noch schneller gelingen. [...]
Einmal links und einmal rechts bitte. Soviel zum Thema technische Wirksamkeit.
via fieser Admin und chriss, vielen Dank für das Versüssen meines Abends.
Update: fefe berichtet auch drüber...