Meine Güte ist es still hier meinerseits geworden. Die Internetlose Zeit während meines Umzugs hat definitiv Ihr Spuren hinterlassen. Mittlerweile arbeite ich doch schon einiges effektiver offline, da muss ich doch glatt mal was ändern. Seit gut einem Monat habe ich mein neues Handy aufgrund der Vertragsverlängerung. Geworden ist es ein Sony Ericsson Aino. Warum? Hm, weil ehrlich gesagt kein anderes Gerät entweder in finanzieller Reichweite war, oder gar meinen wünschen hinsichtlich der Bauweise, Robustheit und Funktionsreichtum entsprochen hat.
Als ich meinen Vertrag dann telefonisch (ohne einen Internetzugang zur Hand zu haben) verlängert habe, musste ich zu allem übel auch noch feststellen, dass sich die großen Handynetzbetreiber zum ziem gesetzt haben den Kunden kaputt zu komplizieren.
Früher war es so: Geh in einen laden, such dir einen Tarif auf, such dir ein Handy dazu, erledige die Anzahlung und lebe weiter mit der Grundgebühr.
Heute ist es offensichtlich so: Geh in einen Laden. Suche dir einen Tarif aus, lasse Berechnen, was dein Wunschhandy als Anzahlung zu dem gewählten Tarif kostet, entscheide dann ob Du es noch haben willst und ggf. einen Finanzierungswunsch äußerst, Rechne alle Optionen zusammen, welche du in deinem Vertrag haben möchtest und ermittle so die laufenden Kosten. So in etwa ist es dann telefonisch herausgekommen.
Nun gut, 45 Minuten meiner Zeit sollte ich doch wohl mal opfern können, um hip, cool und auf der Höhe der Zeit zu sein.
Als dann mein Aino ankam war ich ziemlich aufgeregt, weil neues Spielzeug mich immer ein wenig kribbelig macht. Also augepackt, zusammengebaut und gefreut, dass endlich mal sowas wie eine Tischladestation und ein neues Blauzahnkopfgedeck dabei ist.
Erster Eindruck: Schlicht, solide, unspecktakulär. Gewohnt gute Verarbeitung. Griffig in der Hand. Schlank in der Hostentasche.
Zweiter Eindruck: Relativ umständlich zu öffnen, da es einen verhältnismäßig großen Schiebeweg besitzt. Hat man sich an die Technik gewöhnt es weiter unten mit dem Daumen aufzuschieben, stellt man fest, dass sich das Oberteil ein wenig durchdrück und die darunter liegenden Tasten zerkratzt.
Die Tasten sind für eine flüssige und spontane Handhabung vollkommen unbrauchbar. Alles ist sehr eng beieinander und daher nicht voneinander abgetrennt. Zudem entwickelt das Gerät eine hohe Kopflastigkeit, sobald es aufgeschoben ist. Das führt bei mir zu einem Gefühl von "Pass auf, dass es nicht herunterfällt".
Die Kamera ist an einer vollkommen falschen Position untergebracht. So ist man nahezu gezwungen den linken Teil des Ainos nur mit Daumen und Zeigefinger festzuhalten, da ansonsten schnell ein Schatten oder gar der ganze Finger vor die Linse rutscht. Leider ist der Weg ein Bild zu machen um einiges weiter, als noch mit einigen früheren Handys des gleichen Herstellerst. So muss zum Beispiel erst die "Touchscreen-Sperre" Aufgehoben, werden bevor man dann softwareseitig die Kamera-Applikation gestartet werden kann.
Dann allerdings erledigt die 8.1 Megapixel starke Aufnahmetechnik solide Ihren Dienst. Zwar muss alles über das doch recht ungenaue Touchscreen eingestellt und aufgerufen werden. Die letztendliche Aufnahme jedoch reicht für einige Lustige Momente.
Der Touchscreen ist vollkommene Geldverschwendung. Er wird lediglich dazu verwendet das Multimedia-Menü aufzurufen, welches erscheint, wenn der Slider geschlossen ist und Telefongespräche anzunehmen/ zu beenden.
Alles andere muss mit der Tastatur gemacht werden, wozu das Aino wiederum aufgeschoben werden muss.
Die Menüführung ist SE typisch, kann aber angepasst werden, wenn man sich selbst gern ein Bein stellt. Keine großen Überraschungen. Alles ist ein wenig der Zeit angepasst worden und ein wenig aufgepimpt vielleicht auch noch. Eines jedoch ist die Menüführung: für die aktuellen Verhältnisse schnell! So angenehm schnell, dass ich mich fast nicht mehr die Zeit zurück sehne, in der KEINE Wartezeiten für die Bedienung eines Mobiltelefons eingeplant werden mussten.
Die Multimediafähigkeit des Ainos hält sich in Grenzen. Das was es tut macht es gut, mehr aber auch nicht. Filme haben auf dem Display ein klares Bild, unterliegen aber relativ hohen und strengen Vorschriften, was die Verpackung also der Verwendung des Speicherformats und der Codecs anbelangt. Musik lässt sich endlich brauchbar auf einem Handy (sofern man das überhaubt will) "benutzen" und steuern. Offensichtlich will SE, dass man das alles mit dem Blootothheadset macht, denn die Steuerrung der Musik über den Touchscreen ist... gewöhnungsbedürftig.
Vermutlich liegt auch hier wieder alles im Auge des Betrachters. Für Vieltelefonierer eignet es sich meiner Ansicht nach nicht, es sei denn man verwendet ein Headset. Für Multimediagedöns gibt es sicherlich brauchbarere Geräte mit mehr Unterstützung für diverse Formate. Wer ein Touch-Handy such sollte auf das Aino verzichten.
Alles in allem ist es für mich ein "nichts halbes - nichts ganzes" Handy, welches sich an alle richtet, die gar nicht so genau wissen, was sie wollen oder vielleicht sogar genau das wollen, was das Aino mehr oder weniger ist: schön anzusehen, mäßig benutzbar, alltagstauglich robust, aber auf jeden Fall "cool" genug.
Mal sehen, was die kommenden Wochen so an Erfahrung bringen.
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