Der fünfte Tag neigt sich nun dem Ende. Ich muss zugeben, dass es mich schon verwundert, wie locker es binnen der doch recht kurzen Zeit für mich geworden ist, meinen Passagier ruhig zu stimmen. Nicht, dass er es nicht immer wieder versuchen würde. Jedoch scheinen meine Argumente - oder meine Sturheit - ihn in die Ecke zu treiben.
Ich rechne nicht damit, dass wir und irgendwann auch nimmer wiedersehen verabschieden. Allerdings habe ich die Hoffnung, dass wir beide im Guten auseinander gehen und gelegentlich miteinander zu tun haben. Immerhin hatte ich nicht vor das Rauchen gänzlich aus meinem Leben zu verdammen. Kontrollierter und qualitativ hochwertiger soll es werden. In Anbetracht dieser Vorstellung wünsche ich mir nun einen Kompromiss mit meinem bisher so hartnäckigen Begleiter.
Schwierig sind derzeit noch Situationen wie ich Sie heute wieder am Bahnhof erleben durfte. Angenehmes Wetter, klasse Bonbons und dann keine Zigarette. Mächtig ungewohnt. Schlimmer sind zwar immer noch die Momente, in denen ich Kaffee trinke, aber das ist immer nur ein vergleichsweise kurzer Zeitraum in Anbetracht des gesamten Tages.
Alles in allem bin ich wesentlich optimistischer, wenngleich die "Eindrücke" (sprich: Die Auswirkungen der Sucht) deutlicher, fordernder, aber auch ruhiger und kürzer zugleich geworden sind. Mal schauen, was der Tag Nummer 6 bringt.
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