Jetzt kurzer Hand hinterhergeschoben, da mein neues Windows-Gerät Updates installieren muss, mein Bericht vom dritten Tag.
Der Tag begann recht entspannt. Ich hatte gut schlafen können, der Blick aus dem Fenster stimmte mich etwas froher als bei Regenwetter und das Frühstück tat gut. Nur der morgentliche Kaffee führte wieder zu einem Gefühl, das sich ungefähr so beschreiben lässt, als würde ein 3 Meter Mann im Hula-Rock durch den Bundestag laufen und dabei zu Hard-Rock Ballett tanzen. Kurz: Es fühlte sich einfach nicht passend an.
Das war nebenbei auch der Zeitpunkt, an dem mein Passagier erwachte und mir einen guten Morgen wünschte. Offensichtlich hatte er nicht so gut schlafen können wie meine Wenigkeit, denn er verstummte doch recht schnell wieder und ließ mich in Ruhe.
Nachdem meine Tochter dann ihre eigene Position im Kindergarten eingenommen hatte, beschlossen meine SO (zur Erinnerung: Significant Other; Bessere Hälfte) und ich der Großstadt einen Besuch abzustatten. Wir gesellten uns zu einem mit ca. fünf Personen besetzten Raum, der uns mit einer angenhmen Atmosphäre empfing. Nicht zu den erwähnten fünf Personen gehörte die Kellnerin, bei der wir sogleich unsere warmen Getränke orderten.
Das war der richtige Zeitpunkt für meinen Passagier nochmals ein ernstes Wort mit mir zu sprechen. Immerhin hatte ich jetzt schon fast den dritten Tag meiner lächerlichen Revolte gegen das Rauchen angebrochen. Ich sollte mir doch mal überlegen, was mir offensichtlich alles entging. Warme Sonnenstrahlen auf meinem Körper, ein warmes wohltuendes Getränk vor mir, nette Begleitung. Kurz: Ein idealer Zeitpunkt um sich endlich einzugestehen, dass ich ein purer Genussraucher war. Nach ein paar Wortwechseln die besagen sollten: "Ich habe mich entschlossen, wer bist Du, dass Du mir sagst was ich gut finde und was nicht" gab sich mein Passagier unerhofft schnell geschlagen. Zwar nicht ohne mir ein, zwei Klapse mitzugeben, aber ich ging als Sieger nach Hause.
Der restliche Tag verlief recht harmonisch. Ostereiersuchen mit der Kindergartentruppe in einem nahegelegenen edülischen Fleck Wald, Kaffe und Kuchen (allerdings mit einem unterdrücken Räuspern des Passagiers) und anschließender Besuch eines Spielplatzes. Alles kein Problem.
Gegen Abend dann zeigte sich eine leichte Ermattung. Als dann noch zwei, drei innerliche (wenn auch nur kleine) Diskrepanzen zwischenmenschlicher Art auftauchten, wurde wohl der Jagdinstink meines bis dahin vergessenen Begleiters wach. Dieser melde seine Existenzberechtigung an und ließ sich bestenfalls vertrößten.
Als dann allgemein Ruhe eingekehrt war, musste ich leider allen Einflüssen und Eindrücken nach geben und mir eine Zigarette rauchen. Sicherlich keine, die ich zu rechtfertigen in der Lage gewesen wäre. Aber eine, die mein Wohlbefinden um einige Punkte nach oben steigen ließ. Anschließen war ich nachdenklich gestimmt, war es doch letztendlich ein Ereignis, welche meinerseits als Niederlage zu werten sein müsste. Dennoch empfand ich nicht so. Vielmehr schlich sich ein neues Gefühl des Ansporns in mein Bewusstsein. Sollte es je zu einem Tag kommen, an welchem ich $TABAK wirklich 'genießen' könnte, wie man zum Beispiel einen guten Wein genießt? Vielleicht ein wenig unwahrscheinlich, in anbetracht der vertrichenen Zeit. Aber dennoch ein neuer Ansporn es in Gänze sein zu lassen, mich erneut zu beobachten, wie ich mit dieser Situationsveränderung umgehe bzw. wie diese ihre Schleier durch meine geistige Projektionsfläche ziehen wird!
Es bleibt abzuwarten. Auch, wie ich mich letztendlich entscheiden werde, das Nachgeben schlussendlich für mich zu Beurteilen.
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