Ich bitte für Vergebung, dass ich erst jetzt über den zweiten Tag schreiben konnte. Leider konnte ich meine Hardware nicht zum funktionieren überreden.
Was soll ich sagen. Kurz gefasst: Ich habe den Tag überstanden. Längere Fassung: Es ist wirklich faszinierend, was der Geist einem alles vor macht. Zunächst war es schlicht ungewohnt für mich den normalen Tagesablauf ohne meine Glimmstängel zu durchlaufen. Dabei hatte ich ständig das Gefühl, ich würde althergebrachte Rituale kaputt machen bzw. ignorieren und sollte mich dafür rechtfertigen. Ich tat dies der Einfachheit halber mit einem innerlichen "Klappe halten"!
Später am Tag, als ich schon ein wenig gearbeitet und mich geärgert hatte, wurde es schwierig nicht an eine "Belohnung" zu denken. Mein Sucht-Passagier war nicht der Ansicht, dass es inkonsequent sei, aufgrund einer solchen Gelegenheit zu rauchen. Vielmehr ich sei ein Depp es nicht zu tun. Mein Entschluss ihn zu ignorieren, zeigte schnell einen Erfolg. Auch wenn es nur derjenige war, das ich mich erfolgreich ablenken konnte. Ein ziemlich großer Teil des Tages verlief auf diese Weise sehr angenehm und ich hatte mehr und mehr das Gefühl als müsste ich nur die Probezeit überstehen. Eine absehbare Probezeit. Quasi abwarten und Tee trinken.
Als mir dann aus meinem Büro mein Laptop und das Firmenhandy geklaut wurden, hatte ich zwar zunächst ganz andere Gedanken im Kopf, allerdings beruhigte sich die Lage wieder und mein Passagier meldete sich mit verlockenden Angeboten, welche ich jedoch allesamt abschlagen konnte... Leichter und spurloser, als ich es zunächst für möglich gehalten hätte.
Der Abend dann forderte jedoch seinen Tribut. Ein Ritual, welches nun keines mehr ist, war eben halt die Feierabendkippe am Bahnhof bei Sonnenuntergang (oder so ähnlich). Das wird wohl einfach nur Gewöhnung sein.
Zu Hause angekommen ging eigentlich alles ganz schnell, wurde ich doch von Frau und Kind abgelenkt. Es blieb jedoch der Passagier, welcher mir zumindest eine gute Nacht wünschte... To be continued...
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