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taz über die e-Petition

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Die taz hat einen kleinen Bericht mit dem illustren Titel "Machtinstrument E-Petition - Die Online-Opposition" auf die Welt losgelassen.

Grundsätzlich ein sehr interessanter Artikel, nur leider nicht ohne gewisse Schwachpunkte.

  • "Was soll schon ein halbstündiges Gespräch mit dem Petitionsausschuss bewirken, das erst Monate später folgt, wenn auch die Regierung Stellung genommen hat? Die Petition ist vor allem Mittel zum Zweck - ein Vehikel, um eine Forderung schnell und effizient publik zu machen."

Naja, generell ist Publicity immer wünschenswert bei so einer Aktion. Aber dadurch würde die Petition an sich zum Selbstzweck werden. Das Problem beim momentanen Petitionssystem ist die fehlende Unmittelbarkeit, was uns im Falle der Netzsperren-Petition ja eindeutig gezeigt wurde; Die Petition ist erfolgreich, sie wird auch von den Medien beachtet, doch es passiert... nichts. Der Petitionsausschuss wird erst nach den Wahlen einberufen, womit der Sinn dieses Systems ad absurdum geführt wird. VDL hat es dennoch ohne Murren durchbekommen. Insofern stimmt die Aussage, nur sollte es nicht nur Mittel zum Zweck sein.

  • "Der Erfolg des neuen Instruments dürfte aber bald Verbände, Lobbyisten und Parteien anlocken. Auch sie dürfen das Instrument nutzen. Dann wird es wohl bald Millionen-Petitionen geben."

Ich bezweifle ernsthaft, dass irgendwelche Lobbys das organisiert bekommen. Seien wir mal realistisch; selbst mit einer gross aufgeführten Kampagne mit den dementsprechenden Mitteln würde man nicht in dieser Grössenordnung rangieren können, erst recht nicht wenn Organisationen wie zB die GEMA das ganze organisieren. Die e-Petition ist sehr stark im Netz präsent, dementsprechend gehe ich davon aus dass viele den Braten riechen würden. Die Generation Totes Holz wird sich so denke ich nicht organisieren lassen...

  • "Bewegungsforscher Dieter Rucht von der FU Berlin ist dagegen eher skeptisch. 'Der mediale Erfolg der Onlinepetitionen hängt auch mit dem Neuigkeitswert zusammen', sagt der Soziologe. 'Wenn ich erst mal jeden Tag zehn Werbemails für Petitionen in meinem Postfach habe, werde ich wohl zunehmend unlustig reagieren.' "

Was meine These nur untermauert. Die 134.000 wurden IMHO nicht durch Massenmailings erreicht, es geht sehr viel durch die Buschtrommeln im Netz, durch Twitter, Blogs, YouTube und co.

  • "Der Bundestag hat eine eigentümliche Rolle in diesem Spiel. Zwar stellt er das weltweit modernste elektronische Petitionssystem zur Verfügung[...] "

Aua aua aua... Wenn das Petitionssystem das modernste der Welt sein soll, dann tun mir die User in anderen Ländern richtig leid... Wenn es darum geht, ein System unzuverlässig und langsam zu gestalten, sind deutsche Behörden wohl echt spitze, das steht ausser Zweifel. In der freien Wirtschaft wäre das System spätestens nach 2 Monaten eingemottet worden. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie einfach mal das System zur Wartung abgeschaltet wurde oder es völlig unter der Last zusammenbrach. Da haben sich die Betreiber des öfteren nicht mit Ruhm bekleckert.

Seis drum, trotzdem sehr lesenswert.

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Das ging ja damals soweit,

Das ging ja damals soweit, dass die Peditionsseite noch in Schottland gehostet wurde. Mit einer nicht-.de Domain verliert jede öffentliche deutsche Seite ihre Glaubwürdigkeit. Ansonsten stimme ich dir zu. Die Lobbyverbände machen es so wie sie es immer schon gemacht haben. Im Beispiel der dt. Kinderhilfe einfach ein paar Unterschriften von Fussballfans abstauben.