Verfasst von Christian am 8. August 2009 - 23:08
Vor ein paar Minuten schallmeit es mir per RSS von SpOn entgegen: "Kinderporno-Verdacht: Ermittler erheben schwere Vorwürfe gegen Tauss"
Mit unter anderem folgenden Inhalten:
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"In der Affäre um den Besitz von Kinderpornografie wurden bei dem ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten größere Mengen an Foto- und Videodateien auf seinem Handy gefunden als der Öffentlichkeit bisher bekannt. Das geht aus einem internen Bericht hervor, der dem SPIEGEL vorliegt, und der die polizeilichen Ermittlungsergebnisse im Fall Tauss zusammenfasst."
Was die Vermutung offen lässt, dass die offene Kritik am Verhalten der Staatsanwaltschaft wohl gekonnt ignoriert wird.
Fassen wir mal zusammen. Es hiess am 21.07. bei SpOn:
In Worten: Drei DVDs. Maximal also ~13GB, wenn man keine DLs annimmt. Ich weiss nicht, wieviele Bilder oder Filme dort drauf passen würden, aber mehr als genug Kapazität für die genannte Menge an Bildern oder Filmen sollte dort vorhanden sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Filmchen als gute - und grosse - MPEG2 Streams vorliegen, wenn ich Herrn Vetters Aussage Glauben schenken darf. Ergo vermute ich sehr stark, dass nicht wesentlich mehr als das gefunden wurde und jetzt mit diesen Zahlen jongliert wird.
Ich will KiPo nicht schönreden, in meinen Augen eine verachtenswerte Angelegenheit. Aber mir wird immer deutlicher, dass Tauss medial diskreditiert und kaltgestellt werden soll. Unbefangenheit ist der Staatsanwaltschaft definitiv nicht zu attestieren, grade wenn man den Umgang mit den Medien betrachtet. Ein fairer Prozess ist definitiv etwas anderes.
Meine Meinung.
Nachtrag: Siehe Netzpolitik, die es auch schön auf den Punkt gebracht haben, Stefan Graunke, der anmerkt, dass der Artikel fleissig editiert wird, und Tauss himself.
Nachtrag 2: Hier die diff zum jetzigen Artikel. Ich hinterlege mal hier (Stand 09.08.2009 00.10)
3c3
< Berlin - Die Erklärung von Jörg Tauss, er habe als zuständiger Abgeordneter in der Kinderporno-Szene recherchiert, lässt sich kaum länger halten: In der Affäre um den Besitz von Kinderpornografie wurden bei dem ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten größere Mengen an Foto- und Videodateien gefunden als bislang angenommen. Das geht aus einem internen Bericht hervor, der dem SPIEGEL vorliegt, und der die polizeilichen Ermittlungsergebnisse im Fall Tauss zusammenfasst.
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> Berlin - In der Affäre um den Besitz von Kinderpornografie wurden bei dem ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten größere Mengen an Foto- und Videodateien auf seinem Handy gefunden als der Öffentlichkeit bisher bekannt. Das geht aus einem internen Bericht hervor, der dem SPIEGEL vorliegt, und der die polizeilichen Ermittlungsergebnisse im Fall Tauss zusammenfasst.
12c12
< Dem Papier zufolge wurden bei Tauss bei den Durchsuchungen im März insgesamt 356 kinderpornografische Bilddateien und 59 kinderpornografische Videodateien sichergestellt. Die Ermittler fanden zudem keinerlei Belege dafür, dass die einschlägigen Dateien im Besitz des Medienexperten aus Hintergrundrecherchen für seine Abgeordnetentätigkeit stammen.
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> Dem Papier zufolge wurden bei Tauss bei den Durchsuchungen im März insgesamt 356 kinderpornografische Bilddateien und 59 kinderpornografische Videodateien sichergestellt. Diese Dateien hatte Tauss auf einem Handy gespeichert.
14c14,16
< Die Fahnder bezweifeln, dass Tauss seine angeblichen Rechercheergebnisse je publizieren wollte. Tauss erklärte dem SPIEGEL gegenüber, er habe eben nicht für ein Buch oder einen Artikel recherchiert, sondern "lediglich Gewissheit gebraucht", um im Bundestag "solide argumentieren" zu können, "und die habe ich, wahrscheinlich als einziger Abgeordneter".
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> Der Anwalt von Tauss, Jan Moenikes, erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE: "Das Ergebnis der Ermittlungen widerlegt die Darstellung von Jörg Tauss nicht und hat nichts Neues zu Tage gefördert. Die nach Auswertung der Datenspeicher gefundene Menge ist szeneuntypisch wenig. Auch nach monatelangen Ermittlungen beschränkt sich der Vorwurf auf den Besitz dreier einschlägiger DVDs sowie der Bild und Video-MMS, die sich im nur wenige Megabyte großen Speicher seines Handys befanden."
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> Die Ermittler fanden allerdings keinerlei Belege dafür, dass die einschlägigen Dateien im Besitz des Medienexperten aus Hintergrundrecherchen für seine Abgeordnetentätigkeit stammen. Die Fahnder bezweifeln, dass Tauss seine angeblichen Rechercheergebnisse je publizieren wollte. Tauss erklärte dem SPIEGEL gegenüber, er habe eben nicht für ein Buch oder einen Artikel recherchiert, sondern "lediglich Gewissheit gebraucht", um im Bundestag "solide argumentieren" zu können, "und die habe ich, wahrscheinlich als einziger Abgeordneter".
Nachtrag 3: Golem und Heise berichten ebenfalls.
Nachtrag 4: Udo Vetter vom Lawblog lässt auch ein paar Zeilen los.